Insider – Putin verliert Sonderbeauftragten – Tschubais im Ausland

(Reuters) – Der russische Präsident Wladimir Putin verliert einem Insider zufolge einen altgedienten Vertrauten: Der frühere Reformer Anatoli Tschubais hat seinen Posten als Sonderbeauftragter von Putin für Beziehungen zu internationalen Organisationen aufgegeben, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagte.

Tschubais habe das Land verlassen und nicht vor, zurückzukehren. Er ist die bislang höchstrangige Persönlichkeit in Russland, die seit dem Einmarsch in der Ukraine zurückgetreten ist. Zum Hintergrund von Tschubais Entscheidung äußert sich der Insider nicht. Als Reuters Tschubais dazu per Telefon persönlich befragte, legte der 66-Jährige auf.

Tschubais gilt als Architekt der postkommunistischen Reformen in Russland in den 1990er Jahren. Er war Stabschef des des früheren Präsidenten Boris Jelzin, von dem Putin Ende 1999 das Amt übernahm. Kritiker werfen Tschubais vor, die Anhäufung großer Vermögen durch einzelne Unternehmer geduldet zu haben, während Millionen Russen unter großer Armut litten. Tschubais führte einst auch eine liberalen Oppositionspartei an und leitete das staatliche Technologieunternehmen Rusnano. Auch zuletzt hatte sich Tschubais für einen Umbau der Wirtschaft eingesetzt und galt als einer der am meisten profilierten Liberalen im Umfeld der Regierung.

Russland hat am 24. Februar eine Invasion in die Ukraine gestartet. Die Regierung in Moskau bezeichnet das Vorgehen als Spezialoperation mit dem Ziel, militärische Kapazitäten im Nachbarland zu zerstören sowie gegen als gefährlich eingestufte Nationalisten vorzugehen.

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