EZB-Ratsmitglied bringt Zinswende zum Jahresende ins Spiel

Prag (Reuters) – Die EZB könnte aus Sicht von Ratsmitglied Peter Kazimir gegen Ende des Jahres die Zinswende einleiten.

Dies gelte aber nur für den Fall, dass es zu keiner dramatischen Eskalation des Krieges in der Ukraine komme, sagte der slowakische Notenbankchef am Mittwoch. Er sei dafür, dass sich die EZB binnen eines Jahres beim sogenannten Einlagesatz aus dem negativen Bereich herausbewege. Derzeit liegt er bei minus 0,5 Prozent. Dies bedeutet, dass Banken Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie überschüssiges Geld bei der Notenbank parken.

Österreichs Notenbankchef Robert Holzmann dringt auf eine Abschaffung dieser Strafzinsen bereits bis zum Jahresende. Man habe dann mehr Möglichkeiten, sagte er jüngst der “Börsen-Zeitung”. Die Überlegung dahinter: Wenn die EZB gegen Jahresende feststellen sollte, dass die Inflation auch noch länger höher bleibe, müsse die EZB die Zinsen deutlicher anheben. “Wenn wir dann nicht schon bei null Prozent beim Einlagenzins wären, wären wir zu spät dran”, so Holzmann.

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