Berlin (Reuters) – Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Pflegebonus für die in der Corona-Pandemie besonders geforderten Pflegekräfte in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro beschlossen.
Profitieren sollen unter anderem Pflegekräfte in vielen Krankenhäusern, aber auch in Pflegeeinrichtungen. Dabei ist ein gestaffelter Bonus vorgesehen, der sich nach Intensität der Betreuung richten soll. “1,5 Millionen Pflegekräfte werden davon profitieren”, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Pflegekräfte in der Langzeitpflege sollten rund 550 Euro erhalten, Fachpflegekräfte rund 1700 Euro und Fachpflegekräfte in der Intensivmedizin mindestens 2500 Euro. Er rechne mit einer Auszahlung zur Jahresmitte.
Lauterbach betonte, dass dies aber nicht alles sein könne, wenn man im Pflegebereich den Fachkräftemangel abwenden und die Arbeitsbedingungen für das Personal verbessern wolle. “Wir werden es nicht bei diesem Bonus belassen. Arbeitsbedingungen und Bezahlung von Pflegekräften müssen insgesamt deutlich besser werden”, sagte er. Es gebe eine Eilbedürftigkeit der Reformen in der Pflege in allen Bereichen, die man nun angehen wolle. Lauterbach betonte, dass man auch denjenigen Kriegsflüchtligen aus der Ukraine, die in Deutschland bleiben wollten oder müssten und sich für den Pflegeberuf interessierten, Ausbildung und Arbeit anbieten werde.
Die Verteilung des Pflegebonus war umstritten. Vorgesehen ist nun unter anderem, dass das Geld an Personal in 837 Krankenhäusern gehen soll, in denen im Jahr 2021 mehr als zehn mit Covid-19 infizierte Patientinnen und Patienten behandelt wurden, die wiederum mehr als 48 Stunden beatmet wurden.