Apobank stellt trotz des Ukraine-Kriegs steigende Gewinne in Aussicht

Frankfurt (Reuters) – Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) peilt nach zwei Jahren mit stabilen Gewinnen trotz des Ukraine-Kriegs wieder einen steigenden Überschuss an.

2021 erwirtschaftete das Finanzinstitut einen Jahresüberschuss von 65,4 Millionen Euro nach 65,3 Millionen Euro im Jahr 2020, wie es am Donnerstag mitteilte. Für 2022 sehe sich die Apobank gut gerüstet, um ihre wichtigsten Ziele zu erreiche, sagte Finanzchef Holger Wessling auf der virtuellen Bilanzpressekonferenz. “Bei einem insgesamt stabilen Aufwand möchten wir in unseren Gesamterträgen wieder wachsen und damit sowohl das operative Ergebnis nachhaltig steigern als auch den Jahresüberschuss”, kündigte er an.

Für das vergangene Jahr sollen die Eigentümer eine Dividende von sieben Prozent erhalten. Damit würden die Mitglieder der Apobank am Geschäftserfolg 2021 beteiligt – und auch nachträglich am Erfolg des Jahres 2020, erklärte das Geldhauses. Der volle Gewinnvortrag aus 2020 solle ausgeschüttet werden.

Das in Düsseldorf ansässige Institut hat erst vor kurzem einen Chefwechsel vollzogen, der neue Vorstandschef Matthias Schellenberg ist seit wenigen Wochen im Amt. Aus seiner Sicht wird 2022 vor allem vom weiteren Verlauf der Pandemie und von den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs geprägt sein. “Seitens der Apobank besteht, und ich denke das ist wichtig, kein direktes Geschäft, weder in Russland, Belarus noch in der Ukraine,” sagte Schellenberg. Allerdings könnten Verwerfungen an den Finanzmärkten das Wertpapiergeschäft mit Kunden belasten.

Der Jahresstart verlief für das 1902 gegründete Institut positiv. “Die Entwicklung in den ersten drei Monaten stimmt uns zuversichtlich, und wir kommen auf unserem Weg gut voran”, sagte Finanzchef Wessling. Das Zinsergebnis 2022 werde über dem Zinsergebnis des vergangenen Jahres liegen. “Und auch das Provisionsergebnis sollte sich etwas erhöhen”, fügte er hinzu.

RISIKOVORSORGE 2021 DEUTLICH GESUNKEN

In der Vermögensverwaltung und im Wertpapiergeschäft mit Privatkunden hätten sich die Erträge positiv entwickelt, erklärte die Bank. Das Geschäft mit institutionellen Anlegern sei ebenfalls erfreulich gewesen. Der Provisionsüberschuss habe 2021 um 4,7 Prozent auf 193 Millionen Euro zugenommen. Der Zinsüberschuss sei dagegen um 8,7 Prozent auf 685 Millionen Euro gesunken. Die Apobank verwies auf Belastungen aus dem anhaltenden Anstieg von Kundeneinlagen. Das Geldhaus habe 2021 bei Privatkunden noch keine Strafzinsen vereinnahmt.

Die Risikovorsorge für das operative Geschäft konnte die Bank 2021 deutlich um 64,3 Prozent auf 14,3 Millionen Euro senken. Im Zusammenhang mit der Pandemie sei bislang kein erhöhter Risikovorsorgebedarf zu sehen, erklärte das Institut.

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