Berlin (Reuters) – Der Ukraine-Krieg lässt nicht nur die Stimmung in den Chefetagen großer Konzerne abstürzen, sondern auch die von Kleinstunternehmen und Soloselbständigen.
Der Geschäftsklimaindex für diesen Wirtschaftsbereich brach im März auf minus 10,0 Punkte ein, nach plus 2,6 im Februar, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage mitteilte. “Die aufkeimende Hoffnung vom Februar ist aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine in sich zusammengefallen”, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. “Auch bei den Kleinstunternehmen und Soloselbständigen greift die Unsicherheit um sich.”
Der deutliche Rückgang ist auf den Absturz der Erwartungen für die kommenden sechs Monate zurückzuführen. Die Lage beurteilten die befragten Firmen hingegen leicht besser. Zugleich kündigen immer mehr von ihnen Preiserhöhungen an. “Die Kleinstunternehmen und Soloselbständigen sind da keine Ausnahme”, hieß es dazu: Jedes zweite Unternehmen berichtete von Plänen für Preiserhöhungen.
Russland ist am 24. Februar in die benachbarte Ukraine einmarschiert, der Westen verhängte daraufhin harte Sanktionen. Das hat den Ifo-Index – der als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft gilt und für den monatlich rund 9000 Manager befragte werden – im März einbrechen lassen. Den Firmen machen steigende Energiekosten zu schaffen, aber auch Knappheiten bei diversen Materialien und Vorprodukten. Die Wirtschaftsweisen haben deshalb ihre Wachstumsprognose für Deutschland drastisch gesenkt: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr nur noch um 1,8 Prozent zulegen statt der noch im November erwarteten 4,6 Prozent. Auch eine schwere Rezession wird nicht ausgeschlossen.
Seit August 2021 berechnet das Ifo-Institut den Geschäftsklimaindex für Soloselbständige und Kleinstunternehmen mit weniger als neun Mitarbeitern, wobei es mit Jimdo kooperiert, einem Anbieter von Online-Tools. Abgebildet werden alle Wirtschaftsbereiche, der Schwerpunkt liegt jedoch auf den Dienstleistern.