Brüssel (Reuters) – Die Ukraine braucht in der jetzigen Lage nach den Worten von Außenminister Dmytro Kuleba vor allem “Waffen, Waffen und Waffen”.
Vor gemeinsamen Beratungen mit den Nato-Außenminister in Brüssel sagte Kuleba am Donnerstag: “Wir wissen, wie man kämpft, wir wissen, wie man gewinnt.” Aber ohne schwere Waffen werde das Leid seines Landes nur verlängert. Auch Deutschland könne mehr tun. Dazu gehörten Kampfflugzeuge, Luftabwehr-Systeme und gepanzerte Fahrzeuge. Zugleich bekräftigte Kuleba die Forderung nach einem umfassenden Importstopp von russischem Öl und Gas.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sicherte der Ukraine weitere Unterstützung zu. Dazu gehörten auch schwere Waffen. Die Allianz tue zugleich aber alles, um eine Eskalation des Krieges zu vermeiden. Auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sagte bei ihrer Ankunft am Nato-Hauptquartier, Deutschland werde die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine weiter unterstützen. Für Mai lud Baerbock die Nato-Außenminister zu einem informellen Treffen nach Berlin ein. Es gehe jetzt darum, sich angesichts des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands sehr eng abzustimmen, sagte Baerbock.
Russland zieht derzeit seine Truppen im Osten und Süden der Ukraine zusammen. Die Regierung in Kiew befürchtet eine großangelegte Offensive. Stoltenberg hatte in Aussicht gestellt, dass die Nato die Zeit der Neuaufstellung der russischen Verbände nutzen werde, um die Ukraine mit entsprechenden Waffen zu versorgen. Die Ukraine gehört dem Militärbündnis nicht an, nahm aber dennoch an den Beratungen in Brüssel teil. Zudem eingeladen waren die Nicht-Mitglieder Finnland und Schweden sowie Australien, Georgien, Japan, Südkorea und Neuseeland.