Washington (Reuters) – Die hohe Inflation in den USA drückt die Verbraucherstimmung auf das niedrigste Niveau seit etwa Mitte 1980.
Das Barometer für die Konsumlaune sank im Juni auf 50,2 Zähler von 58,4 Punkten im Mai, wie die Universität Michigan am Freitag zu ihrer monatlichen Umfrage mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur einen leichten Rückgang auf 58,0 Punkte erwartet. Das Teil-Barometer zur Bewertung der aktuellen Lage fiel auf ein Rekordtief. Die Aussichten für die kommenden Monate schätzten die Konsumenten im Juni so schlecht ein wie seit Mai 1980 nicht mehr. Die zuletzt massiv gestiegenen Benzinpreise dämpften die Kauflaune, sagte Umfrage-Expertin Joanne Hsu.
Dies kommt wenig überraschend. Denn die Inflation in den USA zieht derweil wieder an und kletterte im Mai auf den höchsten Stand seit Dezember 1981. Die Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen stieg auf 8,6 von 8,3 Prozent im April. Experten hingegen hatten mit einer Stagnation gerechnet. Die US-Notenbank hat jüngst den größten Zinsschritt seit 22 Jahren unternommen und will weitere Erhöhungen folgen lassen, um die Inflation in Schach zu halten. Nächste Woche dürfte die Federal Reserve erneut kräftig an der Zinsschraube drehen.