Paris (Reuters) – Europas drittgrößter Versicherer AXA hat dank höherer Prämien für Einzelversicherungen und geringeren Schäden durch Naturkatastrophen überraschend mehr verdient.
Der Gewinn stieg 2024 um zehn Prozent auf 7,89 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzungen von 7,75 Milliarden Euro, wie der französische Konzern am Donnerstag mitteilte. Die Erlöse wuchsen um sieben Prozent auf 110,3 Milliarden Euro und lagen damit ebenfalls leicht über den Markterwartungen.
Die Schäden aus den Waldbränden in Los Angeles hinterlassen bei dem Versicherer keine tieferen Spuren. Der Vorstand rechnet mit Belastungen von rund 100 Millionen Euro vor Steuern, das ist einer der niedrigsten Werte in der Branche. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück muss rund 1,2 Milliarden Euro für die Wildfeuer zahlen, die sich im Januar durch mehrere Vororte der kalifornischen Metropole gefressen hatten. Die Swiss Re und Hannover Rück taxierten ihre Schäden auf maximal 700 Millionen Euro. Rückversicherer sichern die Erstversicherer gegen Großschäden ab, indem sie entweder einen prozentualen Anteil daran oder alle Schäden oberhalb einer bestimmten Schwelle übernehmen. Insgesamt dürfte die Versicherungsbranche infolge der Waldbrände in Kalifornien für Schäden von rund 40 Milliarden Dollar geradestehen müssen, erklärte die Swiss Re.
Die in Paris ansässige AXA hielt derweil an ihren mittelfristigen Finanzzielen fest und kündigte einen Aktienrückkauf von 1,2 Milliarden Euro an. Dieser kommt zusätzlich zu einem Rückkaufprogramm von 3,8 Milliarden Euro, das gegen Ende des zweiten Quartals erwartet werde – nach dem geplanten Verkauf der Vermögensverwaltung an die französische Großbank BNP Paribas.
Seine Aktionäre beteiligt der Versicherer an dem Gewinnschub des vergangenen Jahres. Die Dividende für 2024 werde um neun Prozent auf 2,15 Euro je Aktie erhöht.
(Bericht von Mathieu Rosemain, geschrieben von Philipp Krach, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)