“Immoscout”-Mutter Scout24 übertrifft eigene Ziele

Frankfurt (Reuters) – Der angespannte Wohnungsmarkt in Deutschland hat Scout24 ein überraschend starkes Ergebnis beschert.

“Wir haben zum vierten Mal in Folge ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielt”, sagte Tobias Hartmann, der scheidende Chef des Betreibers des Immobilienportals Immoscout24, am Donnerstag. Im angelaufenen Jahr erwarte er eine weitere Beschleunigung dieses Trends, da die Bevölkerung weiter wachse, gleichzeitig aber zu wenige Wohnungen gebaut würden.

Der Umsatz stieg 2024 um 11,2 Prozent auf 566,3 Millionen Euro und übertraf damit das Ziel eines Wachstums von neun bis elf Prozent, das Scout24 ausgegeben hatte. Der operative Gewinn aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit kletterte sogar um 14,5 Prozent auf 348,1 Millionen Euro. Damit verbesserte sich die Marge um knapp zwei Prozentpunkte auf 61,5 Prozent. Einspar-Effekte hätten sich hier positiv bemerkbar gemacht.

Mit diesen Zahlen setze Scout24 seine Serie solider Geschäftszahlen fort, lobte Analyst Giles Thorne von der Investmentbank Jefferies. Die Aktie fiel dennoch um etwa zwei Prozent. In den vergangenen sechs Monaten hatte sie allerdings fast 40 Prozent zugelegt, etwa drei Mal so stark wie der Nebenwerte-Index MDax.

PRIVAT- UND GESCHÄFTSKUNDEN TREIBEN DAS WACHSTUM

Für 2025 stellte der Vorstand ein Umsatzplus von zwölf bis 14 Prozent und eine weitere Verbesserung der operativen Marge um einen halben Prozentpunkt in Aussicht. “Damit sind wir auf dem besten Weg, unsere mittelfristigen Ziele zu erreichen oder sogar zu übertreffen”, betonte Finanzchef Dirk Schmelzer. Getragen werde das Wachstum sowohl vom Privat- als auch vom Firmenkunden-Geschäft. “Wir sind mit dem Start ins Jahr 2025 sehr zufrieden.”

Auf die Frage nach einer Expansion außerhalb der bisherigen Märkte Deutschland und Österreich äußerte sich Konzernchef Hartmann zurückhaltend. Es sei nicht einfach, eine Marke in einem anderen Markt zu etablieren. Falls sich aber die Gelegenheit für eine Übernahme biete, werde Scout24 diese natürlich prüfen.

(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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