München (Reuters) – Der Münchner Versicherungskonzern Allianz hat den operativen Gewinn im abgelaufenen Jahr auf ein Rekordniveau geschraubt und die eigenen Erwartungen damit noch übertroffen.
Das operative Ergebnis stieg, getrieben von der Schaden- und Unfallversicherung, um neun Prozent auf 16 Milliarden Euro, wie die Allianz am Freitag mitteilte. Angepeilt wurden zuletzt 14,8 bis 15,8 Milliarden Euro, Analysten hatten das obere Ende der Spanne erwartet. Das Geschäftsvolumen, also die Summe aus Versicherungsprämien und Provisionen in der Vermögensverwaltung, schnellte um elf Prozent auf 179,8 Milliarden Euro.
Daran lässt die Allianz die Aktionäre teilhaben: Sie zahlt eine Dividende von 15,40 (2023: 13,80) Euro je Aktie, mehr als von Analysten erwartet. Am Donnerstagabend hatte der Versicherer bereits ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über zwei Milliarden Euro angekündigt. Das trieb die Aktie vorbörslich um 0,7 Prozent nach oben.
“In einem Umfeld verhaltenen Wirtschaftswachstums und einer hohen Anzahl an Naturkatastrophen haben wir Rekorde beim operativen Ergebnis und beim Jahresüberschuss erzielt”, sagte Finanzvorständin Claire-Marie Coste-Lepoutre. Für das laufende Jahr stellte sie einen operativen Gewinn von 15 bis 17 Milliarden Euro in Aussicht.
Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter verbesserte sich 2024 um 16 Prozent auf 9,9 Milliarden Euro. “Alle Segmente haben das Jahr über dem Mittelwert des Zielkorridors für das operative Ergebnis abgeschlossen, was die Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells unter Beweis stellt”, sagte Coste-Lepoutre.
Am stärksten über den Erwartungen lag die Schaden- und Unfallsparte, die mit 7,9 (2023: 6,9) Milliarden Euro allein fast die Hälfte des operativen Gewinns beisteuerte. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich vor allem dank des Geschäfts mit Privat- und kleinen Firmenkunden auf 93,4 (93,8) Prozent, wobei eine steigende Kostenquote einen noch deutlicheren Rückgang verhinderte. Das stärkste Wachstum verzeichnete die Lebens- und Krankenversicherung, in der das Geschäftsvolumen um 15 Prozent nach oben schnellte.
Im Asset Management zogen die beiden Vermögensverwalter Pimco und Allianz Global Investors zusammen 84,8 Milliarden Euro frisches Geld an, fast viermal so viel wie ein Jahr zuvor. Allein im vierten Quartal lagen die Nettomittelzuflüsse bei 16,7 Milliarden. Damit verwaltete die Allianz Ende des Jahres 1,92 Billionen Euro für Kunden außerhalb des Konzerns, 208 Milliarden mehr als Ende 2023.
Das angekündigte Aktienrückkaufprogramm ist das zweitgrößte, seit die Allianz 2017 mit dem Rückkauf eigener Aktien begonnen hat. Das Programm soll im März beginnen, die Aktien anschließend eingezogen werden. Im vergangenen Jahr hatte der Dax-Konzern zunächst einen Rückkauf über eine Milliarde Euro gestartet, das Programm aber später um eine halbe Milliarde aufgestockt. Trotzdem stieg die Solvenzquote im Jahresvergleich leicht auf 209 (206) Prozent.
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)