EU für stärkere Förderung von Elektroautos und lokale Batterieproduktion

Brüssel (Reuters) – Die Europäische Kommission macht sich für eine stärkere Förderung von Elektroautos stark.

Die Kommission wolle den 27 Mitgliedsländern Vorschläge machen, wie sie Flottenbetreiber bei der Umstellung auf Elektromobilität unterstützen könnten, heißt es in einem Entwurf, der Reuters am Freitag vorlag. Zudem solle zusammen mit den Staaten geprüft werden, wie der Kauf von Elektroautos gefördert werden könne. Am kommenden Mittwoch will die EU-Kommission ihren Aktionsplan für die Autobranche vorlegen.

Die Autoindustrie in Europa leidet unter der schwachen Nachfrage insbesondere nach Elektroautos. 2024 wurden nach Daten des Branchenverbandes ACEA 5,9 Prozent weniger Elektroautos verkauft als im Vorjahr. Das ist auch deswegen ein Problem für die Branche, weil seit diesem Jahr schärfere CO2-Grenzen gelten und Bußgelder in Milliardenhöhe drohen, wenn der Elektroauto-Anteil nicht deutlich steigt. Die Industrie macht sich seit Längerem dafür stark, diese CO2-Strafzahlungen zu verschieben oder abzumildern. In dem Entwurf, der nun bekannt wurde, bleibt jedoch offen, ob die Branche auf Entlastung hoffen kann.

Dafür nimmt die Kommission die Batterieproduktion in Europa in den Blick. Diese solle ausgebaut werden, hieß es weiter. Ein Aspekt dabei sollen höhere Anteile lokaler Wertschöpfung sein, welche die Kommission für die in Europa verkauften Elektroautos vorschreiben will. Sie dürfte damit insbesondere auf chinesische Importeure abzielen, die den europäischen Anbietern zunehmend Konkurrenz machen.

Die Batterie ist das teuerste Einzelteil eines Elektroautos und macht ungefähr 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten des Fahrzeugs aus. Derzeit wird der Weltmarkt für Autobatterien von chinesischen Herstellern wie CATL oder BYD dominiert. Die wichtigste europäische Batteriehoffnung Northvolt kämpft dagegen um ihr Überleben. In dem Entwurf ist nun auch von einer Förderung der Batteriehersteller in Europa die Rede. Davon könnten auch ausländische Hersteller profitieren. Voraussetzung dafür sei eine Zusammenarbeit mit europäischen Herstellern, damit diese Zugang zu Expertise und Technologie erhielten.

(Bericht von Philip Blenkinsop, geschrieben von Christina Amann. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter Berlin.Newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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