Ifo: Bei Exporteuren keimt Hoffnung auf – “Stimmung in Autobranche gedreht”

Berlin (Reuters) – Unter den deutschen Exporteuren schwindet trotz der Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump allmählich der Pessimismus.

Das Barometer für die Exporterwartungen in der Industrie stieg im März auf minus 1,6 Punkte von minus 4,7 Zählern im Februar, wie das Münchner Ifo-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage mitteilte. Mit dem zweiten Anstieg in Folge wurde der beste Wert seit Mai 2024 erreicht. “In der Exportwirtschaft keimt ein wenig Hoffnung auf”, sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe. “Die kommende Entwicklung auf den Weltmärkten mit Blick auf die Zolldrohungen bleibt aber mit hoher Unsicherheit behaftet.”

Die Anzahl der Branchen, die einen Anstieg der Auslandsumsätze erwarten, hat den Angaben zufolge “deutlich zugenommen”. “Am deutlichsten ist dies im Bereich der Lederwaren und bei den Getränken”, so das Ifo-Institut. Auch die Elektroindustrie ist demnach optimistisch, in den kommenden Monaten ihre Ausfuhren steigern zu können.

“Auch im Automobilbau hat sich die Stimmung gedreht”, hieß es. Hier bleibe der Ausblick aber noch verhalten. Mit leicht rückläufigen Exporten rechnet dagegen die Nahrungsmittelindustrie. In der Metallbranche sind die Aussichten noch pessimistisch, aber nicht mehr so stark wie in den Vormonaten. Gleiches gilt für die Hersteller von Bekleidung, so das Wirtschaftsforschungsinstitut.

US-Präsident Trump droht immer wieder mit hohen Zöllen auf europäische Waren. Das würde Deutschland besonders stark treffen, sind doch die Vereinigten Staaten der wichtigste Handelspartner. Mit einem Außenhandelsumsatz – der Summe von Exporten und Importen – von 252,8 Milliarden Euro waren die USA im vergangenen Jahr erstmals seit 2015 wieder die Nummer eins. Damit wurde China abgelöst. Allein die deutschen Exporte in die USA summierten sich im vergangenen Jahr auf mehr als 161 Milliarden Euro und erreichten damit einen Rekordwert.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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