Ifo: Unternehmen treiben Personalabbau weiter voran

Berlin (Reuters) – Angesichts der schlechten Auftragslage und der mauen Konjunktur treiben die Unternehmen in Deutschland ihren Personalabbau voran.

Das Beschäftigungsbarometer sank im März auf 92,7 Punkte, nach 93,0 Punkten im Februar, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter Tausenden Firmen mitteilte. Diese planen demnach weniger Neueinstellungen und bauen weiter Stellen ab. “Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt schwierig”, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. “Die Arbeitslosigkeit wird wohl weiter leicht ansteigen.”

Insbesondere die Industrie streicht den Angaben zufolge stetig Arbeitsplätze. “Diese Entwicklung hält nun schon nahezu zwei Jahre an”, betonte das Institut und fügte hinzu: “Kaum ein Industrieunternehmen bleibt davon verschont.”

Auch die Dienstleister sind mittlerweile vorsichtiger bei ihrer Personalplanung geworden. Im Handel ist das Beschäftigungsbarometer zwar gestiegen, dennoch wollen viele Händler Personal abbauen. “Das Baugewerbe plant vorerst keine größeren Änderungen”, hieß es außerdem.

Die Aussicht auf eine stabile Bundesregierung und mehr Investitionen durch das geplante Infrastruktur-Sondervermögen hat im März die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen gehoben: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg den dritten Monat in Folge. “Die deutsche Wirtschaft atmet auf”, sagte Wohlrabe. Von Optimismus sei die Wirtschaft allerdings noch weit entfernt. Die Mehrheit der Unternehmen sei noch skeptisch. “Auftragseingang und Nachfrage sind nach wie vor schleppend, vor allem in der Industrie”, nannte der Ifo-Experte einen Grund dafür.

Das Ifo-Institut traut der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr nur ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent zu. Erst 2026 könnte sich die Lage mit einem erwarteten Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,8 Prozent etwas verbessern. 2024 und 2023 ist Europas größte Volkswirtschaft jeweils leicht geschrumpft.

(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Kerstin Dörr – Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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