Berlin (Reuters) – Im deutschen Einzelhandel schwindet der Pessimismus nur langsam.
Das Barometer für das Geschäftsklima verbesserte sich im März auf minus 22,6 Punkte, nach minus 23,8 Punkten im Februar, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Umfrage mitteilte. Die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate hellten sich dabei leicht auf, bleiben aber überwiegend pessimistisch. Ihre aktuelle Lage bewerteten die Händler weitgehend unverändert.
“Für 2025 wird ein nur geringes Wachstum bei den preisbereinigten Konsumausgaben der Verbraucherinnen und Verbraucher erwartet”, sagte Ifo-Experte Patrick Höppner. “Das Umfeld ist daher nach wie vor für viele Einzelhändler herausfordernd, trotz des leicht besseren Geschäftsklimas seit Jahresbeginn.”
Im Einzelhandel mit Bekleidung, Fahrrädern und Kfz hat sich die Stimmung im März gegen den Trend verschlechtert. Bei Möbel- und Einrichtungshäusern hellte sie sich hingegen etwas auf. “Insbesondere bei den Lebensmittelhändlern hat sich die Stimmung vor Ostern verbessert”, sagte Höppner. “Für sie spielt das Ostergeschäft traditionell eine wichtigere Rolle als für andere Einzelhändler.”
Im März haben die Einzelhändler unterm Strich etwas seltener die Preise erhöht als im Vormonat, fanden die Ifo-Forscher heraus. Auch bei ihren Plänen, Preise zu erhöhen, sind sie etwas zurückhaltender geworden. “Bei der Beschäftigung ist im gesamten Einzelhandel weiterhin eher ein Rückgang als ein Zuwachs zu erwarten”, hieß es.
Die Kaufkraft der Beschäftigten ist in den vergangenen Quartalen zwar gestiegen. Viele Verbraucher halten sich aber angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit mit größeren Ausgaben derzeit zurück. Der Branchenumsatz dürfte in diesem Jahr um zwei Prozent zulegen, erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE). Bereinigt um Preissteigerungen sei dies ein reales Plus von 0,5 Prozent. “Der Konsum und der Einzelhandel in Deutschland kommen auch im Jahr 2025 nicht richtig in Schwung”, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth kürzlich.
(Bericht von Rene Wagner, redigiert von Kerstin Dörr – Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)