DWS zahlt erneut Millionen-Strafe im Streit um “Greenwashing”

Düsseldorf (Reuters) – Die Fondsgesellschaft DWS wird im Zusammenhang mit Greenwashing-Vorwürfen erneut zur Kasse gebeten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt verhängte ein Bußgeld von 25 Millionen Euro gegen die Deutsche-Bank-Tochter, wie sie am Mittwoch mitteilte. DWS-Gesellschaften hätten zwischen Mitte 2020 und Ende Januar 2023 Produkte mit bestimmten ökologischen und sozialen Merkmalen (ESG) intensiv beworben, doch sei dabei ein “gegenüber dem Kapitalmarkt erweckter Eindruck einer vermeintlich marktführenden Position der DWS Group bei nachhaltigen Finanzprodukten (…) nicht vollständig erfüllt” worden, teilte die Anklagebehörde zur Begründung mit. Auch in den USA hatte die DWS bereits im Kontext der Vorwürfe zahlen müssen. DWS-Aktien notierten am Vormittag mit einem Minus von knapp einem Prozent bei 50,75 Euro.

Die DWS erklärte, sie begrüße, dass die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt nun abgeschlossen seien. Das Bußgeld akzeptiere die DWS. “Die Einigung mit der Staatsanwaltschaft hat keine Auswirkungen auf das Finanzergebnis im ersten Quartal 2025, da wir bereits zuvor entsprechende Rückstellungen gebildet haben”, betonte die Deutsche-Bank-Tochter. “Dass unser Marketing in der Vergangenheit teilweise überschwänglich war, haben wir in den vergangenen Jahren bereits öffentlich gesagt”, fügte sie hinzu. Interne Dokumentations- und Kontrollprozesse seien verbessert worden.

Die DWS sieht sich seit längerem Vorwürfen ausgesetzt, sie habe grüne Fonds als nachhaltiger und umweltfreundlicher dargestellt, als sie tatsächlich waren. Die frühere Leiterin des Unternehmensbereichs Nachhaltigkeit, Desiree Fixler, hatte dem Unternehmen vorgeworfen, es sei zu lax mit den Kriterien für ESG-Investments umgegangen. Die Managerin, die die DWS nach nur wenigen Monaten im Job verließ, hatte sich 2021 als “Whistleblower” zunächst der US-Börsenaufsicht SEC und dem FBI offenbart. Auch in der Bundesrepublik liefen dann Ermittlungen. In den USA musste die Deutsche-Bank-Tochter wegen “Greenwashing” und unzureichender Maßnahmen zur Geldwäscheprävention ebenfalls eine Geldstrafe zahlen – dort wurden insgesamt 25 Millionen Euro fällig. Zudem arbeiten Anwälte an Anlegerklagen gegen die DWS. Auch sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht vollständig vom Tisch: “Das strafrechtliche Ermittlungsverfahren gegen die natürlichen Personen ist damit nicht beendet”, erklärte die Behörde.

(Bericht von Matthias Inverardi, redigiert von redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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