Türkei strebt Wiederannäherung an USA an

Ankara/Washington (Reuters) – Die Türkei strebt eine Wiederannäherung an die USA unter Präsident Donald Trump an.

Dazu wurde der türkische Außenminister Hakan Fidan am Dienstag in Washington zu einem Treffen mit dem US-Ressortchef Marco Rubio erwartet. Ziel der Regierung in Ankara ist, dass bestehende US-Sanktionen aufgehoben werden und die Türkei wieder in ein wichtiges Kampfjet-Programm aufgenommen wird. Vor einigen Tagen hatten Trump und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan telefoniert. Im Anschluss nannte ein enger Berater Trumps das Gespräch “transformativ”.

Der Besuch des türkischen Chefdiplomaten in Washington fällt in eine kritische Zeit für Erdogan. Istanbuls Bürgermeister Ekrem Imamoglu, sein wichtigster politischer Rivale, wurde am Sonntag in Untersuchungshaft genommen. Dies löste die größten Proteste in der Türkei gegen die Regierung seit über einem Jahrzehnt aus. Die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei haben sich in den vergangenen Jahren von einer strategischen Partnerschaft entfernt, da die Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden langjährigen Verbündeten zugenommen haben.

Die Regierung von Ex-Präsident Joe Biden hielt die Türkei wegen deren engen Beziehungen zu Russland auf Distanz. Unter Trump, der Moskau viel positiver sieht, hofft Ankara auf ein besseres Verhältnis zu Washington. Trump selbst hatte 2020 allerdings Sanktionen gegen die Türkei verhängt, nachdem das Land russische S-400-Luftabwehrsysteme erworben hatte. Fidan werde bei seinem Gespräch mit Rubio darauf hinwirken, dass diese Sanktionen nun aufgehoben werden und die Türkei konkret wieder in das Programm des US-Kampfjets F-35 aufgenommen wird, sagte ein türkischer Diplomat.

(Bericht von Tuvan Gumrukcu in Ankara und Humeyra Pamuk in Washington; Bearbeitet von Alexander Ratz; Redigiert von Sabine Ehrhardt; Bei Rückfragen wenden Sie sich an berlin.newsroom@tr.com)

tagreuters.com2025binary_LYNXNPEL2O0F8-VIEWIMAGE