Paris (Reuters) -Der französische Spirituosenhersteller Remy Cointreau hat wegen einer geringer als erwarteten Belastung durch US-Zölle seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2025/26 angehoben. Der Hersteller des Remy-Martin-Cognacs rechnet nun mit einem organischen Rückgang des Betriebsgewinns im mittleren einstelligen Prozentbereich. Zuvor war der Konzern von einem Rückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich ausgegangen. Die Belastung durch die US-Zölle bezifferte das Unternehmen am Freitag auf 20 Millionen Euro, nach zuvor geschätzten 35 Millionen Euro. Die Gesamtbelastung durch Zölle weltweit, darunter zehn Millionen Euro aus China, dürfte nun bei 30 Millionen Euro statt bei 45 Millionen Euro liegen.
In den vergangenen Jahren waren die Verkäufe von Remy Cointreau in den Schlüsselmärkten USA und China eingebrochen, was den Vorstand zu mehreren Prognosesenkungen zwang. Rund 70 Prozent seines Umsatzes erzielt der Konzern mit Cognac, hauptsächlich in den USA und China. Dies macht ihn anfälliger für Zölle und Konjunktureinbrüche als breiter aufgestellte Konkurrenten. Am Donnerstag hatte bereits der Rivale Pernod Ricard die erwartete jährliche Belastung durch Zölle auf 80 Millionen Euro gesenkt, nachdem er zuvor von 200 Millionen Euro ausgegangen war.
(Bericht von Alessadro Parodi, bearbeitet von Tom Käckenhoff, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)