Brüssel (Reuters) – Die Europäische Union erwartet derzeit keine Fortschritte bei den Gesprächen mit dem Iran über eine Wiederbelebung des Atomabkommens von 2015.
“Das ist schade, weil wir uns sehr, sehr angenähert hatten”, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montag in Luxemburg vor Beginn des EU-Außenministertreffens. Die Beratungen mit dem Iran seien in den vergangenen Wochen ins Stocken geraten, fügte er hinzu.
Im Sommer hatte die EU einen Vorschlag unterbreitet, um das Abkommen zu retten. Mit ihm soll verhindert werden, dass der Iran an Atomwaffen gelangt. Ausgehandelt wurde es 2015 von den USA, China, Russland, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und dem Iran. 2018 jedoch hatte der damalige US-Präsident Donald Trump die Vereinbarung einseitig aufgekündigt und US-Sanktionen gegen den Iran wieder eingeführt. Der Iran begann daraufhin seinerseits wie angekündigt, gegen Verpflichtungen aus dem Abkommen zu verstoßen, was die Wiederbelebung des Abkommens erschwert. Die Regierung in Teheran bestreitet seit jeher, nach Atomwaffen zu streben und erklärt, sie wolle die Atomenergie nur für friedliche Zwecke nutzen.
(Bericht von: geschrieben von Sabine Ehrhardt, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)